Um als Ärztin oder Arzt eine eigene Praxis zu eröffnen, müssen einige Punkte vor der eigentlichen Umsetzung durchdacht werden. Zum Beispiel sollte festgestellt werden, welche Niederlassungsform die eigenen Vorstellungen der Selbstständigkeit am besten trifft. Dabei ist die Auswahl neben der beliebten Einzelpraxis groß: Flexible Teilzeit-Modelle oder Praxisgemeinschaften haben individuelle Vor- und Nachteile. Wenn Sie sich für ein Modell entschieden haben, sollte ein Businessplan erstellt werden. Dieser hilft nicht nur möglichen Geldgebern, Klarheit für das Gründungsvorhaben zu schaffen, sondern schärft bei Gründenden oftmals während der Erstellung die Vision. Wir fassen für Sie zusammen, worauf es beim Businessplan von der Geschäftsidee bis hin zum Finanzplan ankommt und wo Sie Unterstützung erhalten. Damit es dann zeitnah losgehen kann, haben wir für Sie die ersten vier Schritte zur Existenzgründung Ihrer Arztpraxis zusammengestellt.
Für die ärztliche Selbstständigkeit gibt es zahlreiche Formen der Niederlassung. Am weitesten verbreitet ist in Deutschland nach wie vor die Einzelpraxis (hausärztlich und fachärztlich) mit circa 56.882 Praxen im Jahr 2020. Die Anzahl der Gemeinschaftspraxen (sowohl hausärztlich, fachärztlich als auch Versorgungsbereich übergreifend) lag in 2020 bei 17.835 – das zeigen die Gesundheitsdaten der KBV. Die Unterschiede dieser Niederlassungsformen liegen auf der Hand: Während Ärzt:innen in der Einzelpraxis alleinige Gestaltungsfreiheit über sämtliche Bereiche in der Hand halten, bilden die Kolleg:innen in der Gemeinschaftspraxis eine organisatorische und wirtschaftliche Einheit.
Neben der Gemeinschaftspraxis ist die Praxisgemeinschaft eine Art Verbindung der Formen Einzelpraxis und Gemeinschaftspraxis. (Achtung: Trotz ähnlicher Formulierung gibt es Unterschiede zwischen Gemeinschaftspraxis und Praxisgemeinschaft.) Ärztinnen und Ärzte in Praxisgemeinschaften agieren unter dem Motto „Selbstständig und doch nicht allein“. Ressourcen wie Praxisräume, medizinische Geräte und Fachpersonal können bei dieser Niederlassungsform gemeinsam genutzt werden. Medizinisch und wirtschaftlich ist jedes Verbundmitglied allerdings eigenständig – das zeigt sich im eigenen Patientenstamm und der getrennten Abrechnung.
Mit der Teilzulassung können Selbstständigkeit und Anstellung kombiniert werden. Oftmals sind Ärztinnen und Ärzte bei dieser Niederlassungsform mit einer gewissen Stundenanzahl freiberuflich in der eigenen Praxis und halbtags in einem Krankenhaus tätig – oder die freie Zeit wird für Familie und Freizeit genutzt. Gibt es in einem Zulassungsbereich beispielsweise nur eine Zulassung, können Medizinerinnen und Mediziner auch eine Jobsharing-Praxis eröffnen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten der wirtschaftlichen Umsetzung: Ein Praxisinhaber und ein Angestellter (Jobsharer) – dabei erhält der Jobsharer keine eigene Zulassung als Vertragsarzt. Oder die Gründung einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). Hierbei erhält der Jobsharer als Juniorpartner eine eigene Zulassung, die allerdings zunächst an die des Vertragsarztes gekoppelt ist.
In unserer Infografik erhalten Sie einen schnellen Überblick über die Unterschiede der Niederlassungsformen. Detaillierte Informationen zur gesamten Gründung erhalten Sie in unserem Whitepaper zur Praxisgründung.
Infografik: Niederlassungsformen für Ärztinnen und Ärzte
Eine Arztpraxis ist heute mehr denn je als eigenständiges Unternehmen zu betrachten. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit werden Ärztinnen und Ärzte somit gleichzeitig Unternehmerinnen und Unternehmer und übernehmen langfristig Verantwortung über einen wirtschaftlich agierenden Betrieb. Um die Praxis gleich zu Beginn optimal aufzustellen, sollte ein Businessplan erstellt werden. Dabei orientieren sich die Inhalte an klassischen Businessplänen – im Detail natürlich unter besonderer Berücksichtigung aller Besonderheiten des Gesundheitsbereichs.
Wir haben weitere Checklisten zum Thema Praxisgründung oder Praxisübernahme bereitgestellt.
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Insbesondere zu Beginn ist es schwer sich zu orientieren und alles zu bedenken. Unsere Infografik zeigt Ihnen die ersten vier Schritte zur eigenen Praxis.