Kurz vor Ende der Legislaturperiode lobt die E-Health-Allianz, ein Zusammenschluss von acht Industrieverbänden, die Politik: Sie habe wichtige Grundsteine gelegt für eine digitalisierte Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig konkretisiert das Bündnis in einem gemeinsamen Positionspapier seine Forderung nach einem E-Health-Zielbild für Deutschland und benennt darin fünf Handlungsfelder.
Das Fundament für eine moderne, digitalisierte Gesundheitsversorgung ist laut den acht Verbänden der E-Health-Allianz – Bio Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, Spectaris, VDGH, VFA und ZVEI – gegossen. Gemeinsam fordern sie bereits seit 2018 ein konkretes E-Health-Zielbild für Deutschland. Trotz Lob der aktuellen Regierung betont die Allianz, dass sich Deutschland noch lange nicht auf der Zielgeraden befinde. Aus diesem Grund haben die Verbände in einem Positionspapier fünf konkrete Handlungsfelder benannt.
Digitalisierung im Gesundheitswesen sei kein Selbstzweck, sondern soll Patienten und Versicherten größtmöglichen Nutzen bringen. Dringend erforderlich seien daher eine umfassende Aufklärung über den Nutzen digitaler Lösungen sowie umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebote.
Von besonderer Bedeutung sei zudem eine vernetzte Gesundheitsdateninfrastruktur. Alle Beteiligten sollten – sektorenübergreifend und gleichberechtigt – darauf zugreifen können.
Zudem bedürfe es einer Stärkung des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Deutschland. Hierfür sei die Entwicklung klarer und weiterer Rahmenbedingungen für die Digitalisierung des Gesundheitswesens erforderlich.
Die Allianz drängt auf die Umsetzung der Langzeitforderung der Industrie auf das direkte Antragsrecht beim Nationalen Forschungsdatenzentrum. Nur so ließe sich das Potenzial innovativer Technologien ausschöpfen. So sei die Bedeutung von Cloud-Computing, Telemedizin und KI-basierten Lösungsangeboten für ein vernetztes, digitales Gesundheitswesen groß.
Im letzten Punkt des Papiers fordert die Allianz die Erarbeitung eines Konzepts, um internationale Standards eins zu eins von allen Akteuren des Gesundheitswesens zu etablieren und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure technisch zu ermöglichen. Bei der Ausarbeitung sollten alle Beteiligten involviert sein.
Mit der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) in Deutschland wurde der Grundstein gelegt für ein modernes, digital vernetztes Gesundheitswesen. Jede Komponente erfüllt strengste Sicherheitsauflagen der gematik und durchläuft einen engmaschigen Zulassungsprozess. Allein CGM hat bereits über 60.000 Einrichtungen erfolgreich an die TI angebunden. Kunden betonen dabei immer wieder den Vorteil der „Digitalisierung aus einer Hand“.